Die Steenkamper

Heimstättervereinigung Steenkamp e.V.

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Kaninchen Seuche?

In den vergangenen Wochen sind in unsere mittelbaren und unmittelbaren Nachbarschaft auffällig viele Kaninchen ganz plötzlich aus voller Gesundheit heraus verstorben. Nachdem es auch von unseren 3 geimpften (!) Kaninchen 2 innerhalb von 4 Tagen erwischt hatte, glaubten wir nicht mehr an Zufall oder Altersschwäche und haben das zuletzt verstorbene im Friedrich-Loeffler-Institut auf eine in Deutschland vereinzelt auftretende Seuche untersuchen lassen. Dem Untersuchungsergebnis ist zu entnehmen, dass das untersuchte Kaninchen und damit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der Siedlung weitere an dem RHD2 Virus verstorben sind.
Diesen Virus gab im vergangenen Jahr zunächst nur in Frankreich und es handelt sich um die mutierte Form des RHD-Virus, gegen den unsere Kaninchen hier üblicher Weise geimpft sind. Da es leider bisher nur wenige nachgewiesene Fälle gibt, haben (noch) nicht alle Tierärzte diesen Impfstoff vorrätig und impfen nicht standardmäßig gegen ihn.

Die Tiere versterben innerhalb weniger Stunden, liegen ohne äußere Anzeichen und leicht überstreckt. Manchmal bluten sie aus der Nase.
Da dieser Virus eine Seuche auslöst, möchten wir andere Kaninchenhalter darüber informieren und zur Impfung raten. Über das Internet findet man Tierärzte, die den RHD2 Impfstoff vorrätig haben. Es handelt sich um eine einmalige Grundimmunisierung und dann einer jährlichen Auffrischungsimpfung. Der Impfschutz stellt sich 3 Wochen nach der ersten Impfung ein.
Übertragen wird der Virus durch direkten Kontakt unter den Tieren aber auch durch eingekauftes Heu, Stroh und Gemüse, wenn Wildkaninchen mit diesem Futter zuvor Kontakt hatten. Auch reine Wohnungskaninchen sind damit nicht geschützt. Des Weiteren kann eine Infektion über Stechinsekten wie Mücken oder Flöhe erfolgen. In diesem Zusammenhang ist auch daran zu denken, die Rattenpopulation in Schach zu halten.
Verstorbene Tiere dürfen nicht im Garten vergraben werden, da der Virus in der Erde optimale Bedingungen zur Vermehrung vorfindet und sich dort Jahrzehnte halten und irgendwann neue Seuchen auslösen kann. Tote Kaninchen sollten über den Tierarzt eingeäschert (manche machen das kostenlos) oder in Müllsäcke gut verpackt über den Hausmüll entsorgt werden, auch wenn es komisch erscheint, denn der Hausmüll geht in Hamburg direkt in die Müllverbrennungsanlage.

Bleibt noch zu sagen, dass der Virus für Menschen, Katzen, Hunde etc. ungefährlich ist, sie dennoch überträger sein können. Weitere Informationen zu RHD2 findet man im Internet.

Gesa Lahner 


Steenkamper Kaninchen Umfrage

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Kommentare

  1. Silke 23/10/2017 - 22:00 Reply

    Danke für den Beitrag, Gesa. Wir haben zwar keine Kaninchen sondern eine Katze aber auch da können entsprechende Hinweise aus der Nachbarschaft sehr wichtig sein. Alles gute für die Kaninchen der Siedlung und ihre befreundeten Zweibeiner!

  2. Gesa 24/10/2017 - 08:03 Reply

    Wie ich inzwischen erfahren habe, hat Frau Dr. Kupke, Tierarztpraxis am Volkspark, den passenden Impfstoff vorrätig.

  3. wiebke 31/10/2017 - 09:20 Reply

    Liebe Nachbarn,
    Wir wurden über unseren Tierarzt Dr. Kelch, Hochrad 66, auf diese Virusmutation aufmerksam gemacht und haben nachimpfen lassen. Er kennt sich auch gut aus und impft.
    LG von Wiebke

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